Oberstufenkonzept
- 20. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Ein Beitrag von Vanessa Pohl

Unser neues Oberstufenkonzept in Münchenstein
Die Oberstufe startete nach den Sommerferien mit frischem Schwung in ein neues pädagogisches Konzept, das Bewegung, individuelles Lernen und vertieftes Arbeiten miteinander verbindet. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler in ihrer Selbstständigkeit zu fördern, ihre Lernfreude zu stärken und ihnen Raum zu geben, sich in verschiedenen Bereichen zu entfalten. Da wir erst gerade mit diesem neuen Konzept begonnen haben, handelt es sich um einen Prozess, der laufend weiterentwickelt wird. Hier teilen wir erste Erfahrungen und Eindrücke.
Ein bewegter Start in den Tag
Jeder Schultag beginnt für die 7. bis 9. Klasse mit einer halben Stunde Bewegung. Ob Jonglieren, Bogenschiessen, Ballspiele, Tanz oder Eurythmie, die Angebote wechseln in drei- bis vierwöchigen Epochen. Die Bewegungseinheit hilft nicht nur beim Wachwerden, sondern fördert auch Ausdauer, Koordination und Konzentration. Anschliessend findet der klassische Hauptunterricht in Epochen statt.
Mehr Raum im Unterricht
Die Unterrichtslektionen wurden von 45 auf 55 Minuten verlängert. Dadurch entsteht mehr Zeit für vertieftes Arbeiten, Diskussionen und kreative Phasen. Der Unterricht soll ruhiger, konzentrierter und nachhaltiger werden, ein wichtiger Baustein für erfolgreiches Lernen.
Begleitetes Lernen – individuell und selbstverantwortlich
Ein zentrales Element des neuen Oberstufenkonzepts ist das Begleitete Lernen, das in der 8. und 9. Klasse täglich eine Unterrichtsstunde umfasst. In dieser Zeit arbeiten die Schülerinnen und Schüler selbstständig mit Lern-Dossiers in den Fächern Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen.
Lehrpersonen begleiten diesen Prozess, geben individuelle Unterstützung und fördern gezielt die Entwicklung auf dem jeweiligen Lernniveau.
So können die Jugendlichen in ihrem eigenen Tempo Fortschritte machen und unterschiedliche Niveaus erreichen: Grundanforderungen, erweiterte Anforderungen und Expertenniveau. Zugleich wird Selbstständigkeit eingeübt und die Eigenverantwortung für den Lernprozess gestärkt. Die traditionellen Fachlektionen bleiben erhalten, wurden jedoch reduziert. Die Lernfortschritte werden durch sogenannte Lernchecks überprüft.
In der 7. Klasse wird das Begleitete Lernen einmal pro Woche eingeführt, damit die Schülerinnen und Schüler gut vorbereitet in die 8. Klasse starten können.
Kunst und Handwerk in intensiven Blöcken
Auch die künstlerischen und handwerklichen Fächer erhalten eine neue Struktur: Sie finden nun in Intensivblöcken statt. Dreimal pro Woche wird über sechs Wochen dasselbe Fach unterrichtet, etwa Holzwerkstatt, Nähen, Malen oder andere praktische und künstlerische Fächer. Die längeren Einheiten ermöglichen ein vertieftes Arbeiten und fördern kreative Prozesse.
Erste Erfahrungen
Nach den ersten Monaten zeigen sich bereits viele positive Entwicklungen. Die tägliche Bewegungseinheit am Morgen hat sich bewährt: Die Jugendlichen starten wacher in den Tag, und in Angeboten wie Jonglieren oder Bogenschiessen wurden schnell Fortschritte sichtbar. Bei bewegungsorientierten Formaten wie Eurythmie oder Tanz prüfen wir aktuell, welche Dauer und Intensität für alle Schülerinnen und Schüler am besten passen.
Auch im Bereich des Begleiteten Lernens sammeln wir wertvolle Erfahrungen. Einige Jugendliche nutzen die neue Freiheit sehr verantwortungsvoll, andere benötigen noch mehr Struktur. Deshalb haben wir das Modell angepasst: Wer selbstständig arbeiten kann, wählt weiterhin frei; für alle anderen gibt es feste Fächerzeiten. Dieses Vorgehen hat sich als hilfreich erwiesen. Zusätzlich erhalten Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten mehr Unterstützung durch die Lehrpersonen, unter anderem in Kleingruppen.
In Mathematik zeigte sich, dass eine einzige reguläre Übungsstunde pro Woche nicht ausreicht. Deshalb gibt es nun während des Begleiteten Lernens eine zusätzliche Stunde mit einem kurzen Input pro Klasse. Insgesamt wird durch das Arbeiten mit Dossiers deutlicher sichtbar, was die Jugendlichen bereits sicher beherrschen und wo sie noch Unterstützung brauchen, ein wichtiger Schritt hin zu mehr Selbstständigkeit und Lerntransparenz.
Auch die Intensivblöcke in den künstlerischen und handwerklichen Fächern werden grundsätzlich gut angenommen. Gleichzeitig beobachten wir aufmerksam, welche Fächer besonders von diesem Format profitieren und wo Anpassungen sinnvoll sein könnten.
Insgesamt ziehen wir ein positives erstes Fazit: Das neue Oberstufenkonzept entfaltet bereits Wirkung, stärkt die Selbstständigkeit der Jugendlichen und schafft Raum für individuelles Lernen. Gleichzeitig entwickeln wir das Konzept laufend weiter, damit alle Schülerinnen und Schüler, unabhängig von ihrem Lernstand, bestmöglich profitieren können.